Ok, es soll Menschen geben, die sich auf den Herbst freuen. Auf die leuchtenden Farben, die langen Spaziergänge; Decke raus und kuscheln. Für mich zählt das alles nicht. Ich mag den Sommer. Punkt. Von allen anderen Jahreszeiten könnte ich allerhöchstens behaupten, dass ich sie ertrage; sie über mich ergehen lasse wie Zahnstein entfernen oder Haare schneiden. Aber es gibt einen Grund, warum ich mich doch jedes Jahr aufs Neue auf den Herbst freue: FOOTBALL! Und weil Football letztlich nur notdürftig mit Regeln versehener Wahnsinn ist (Wahnsinn mit Methode, sozusagen), und weil ich mich diesem Wahnsinn mit aller Konsequenz und Entschiedenheit hingebe wie sonst nur guter Musik, folgt an dieser Stelle der erste Report (von dem es in den nächsten vier Monaten hoffentlich noch 16 weitere geben wird) meiner alljährlichen Herbstschizophrenie. Viel Spaß. (Ich meine, WOW!, ich freu mich echt! *freu* LOL)
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Diese Woche standen sechs Spiele auf meiner watchlist.1
New Orleans Saints vs. Green Bay Packers (36-42): Das erste Spiel, und dann gleich ein solcher Kracher! Die Fans auf nfl.com sahen die Packers leicht vorne, und sie sollten Recht behalten. In diesem wahnsinng spanndenden shootout der Super Bowl champions der letzten beiden Jahre (Saints 2009, Packers 2010) setzte sich am Ende die glücklichere der beiden Mannschaften durch. Den Saints in Person von rookie running back Mark Ingram gelang es nicht, mit dem allerletzten Spielzug (die reguläre Spielzeit war bereits abgelaufen, die Uhren standen auf Null3) den Ball von der gegnerischen 1-yard-line in die endzone zu tragen, was ihnen den Ausgleich (und mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auch den Sieg) beschert hätte. Ein gelungeneren Auftakt kann man sich nicht wünschen. Als nächstes erwarten die Saints zuhause die Chicago Bears (1-0)4, während die Packers zu den Carolina Panthers (0-1) müssen.
Philadelphia Eagles vs. St. Louis Rams (31-13): Nach einem turbulenten ersten Viertel (in dem RB Steven Jackson nicht nur einen bemerkentswerten 47-yard-TD-run hinlegte, sondern sich auch verletzte; ein ungeheurer Verlust, der das Spiel durchaus entscheidend beeinflusst haben dürfte!) hatten die Eagles das Spiel unter Kontrolle. Als selbsternannter Super Bowl-contender nicht viel mehr als ein Pflichtsieg, aber immerhin. Für die Eagles geht es in der nächsten Woche in Atlanta gegen die Falcons (0-1), auf die Rams warten die New York Giants (0-1).
Seattle Seahawks vs. San Francisco 49ers (17-33): Ich bin zwar Jets-Fan durch und durch, den Wahnsinn entfacht hat aber vor vielen Jahren ein Bericht über die 49ers, den ich gelesen habe. Weshalb ich irgendwie auch 49ers-Fan bin.5 Jedenfalls versuche ich möglichst viele Spiele von ihnen zu sehen, auch wenn das in letzter Zeit nur selten Freude machte. Auch dieses Mal konnte die offense nicht überzeugen. Die defense dagegen war gut, selbst wenn das gegen offensiv ebenfalls harmlose Seahawks wenig bedeuten mag. Entscheidender Faktor war in diesem Fall dann auch das special team. Ted Ginn Jr. gelang im vierten Viertel innerhalb nur einer Minute6 sowohl ein kick return, als auch ein punt return for TD.7 Kein schönes, aber ein spannendes Spiel. Die 49ers erwarten als nächstes die Dallas Cowboys (die derbe angepisst sein dürften… warum? Siehe weiter unten), die Seahawks müssen nach Pttsburgh zu den Steelers (0-1) (die ebenfalls derbst angepisst sein dürften, nachdem sie von den Baltimore Ravens mit 7-35 zerstört wurden.)
Dallas Cowboys vs. New York Jets (24-27): Also auch wenn es mir im Grunde vollkommen egal ist, ob die Cowboys angepisst sind oder nicht. Aber wer 2:54 min. vor Ende des Spiels mit 14 Punkten vorne liegt und am Ende mit drei Punkten verliert, der hat verständlicherweise jeden Grund angepisst zu sein. Sie haben gut gespielt, aber quaterback Mark Sanchez und die Jets haben wieder einmal bewiesen8, wozu sie in der Lage sind. Allerdings dürfen sie in Zukunft den Sack auch früher zumachen bzw. es gar nicht erst soweit kommen lassen, dass solche rallies nötig werden. Andererseits schadet Spannung so einem Spiel ja nun auch nicht gerade. Ich bin jedenfalls gespannt, wie sie sich gegen die Jaguars aus Jacksonville (1-0) schlagen werden.
New England Patriots vs. Miami Dolphins (38-24): Zwei Worte: Tom Brady. Der Patriots' quaterback ließ keinen Zweifel daran aufkommen, dass er seinen MVP-Titel aus dem letzten Jahr verteidigen will. Ein Viertel lang konnten die Dolphins mithalten, dann war der Drops gelutscht. Nicht, dass sie schlecht gespielt hätten. Ganz im Gegenteil. Offensiv konnte Chad Henne überzeugen. Er passte 422 yards, soviel wie noch nie zuvor, und lief in diesem Spiel 59 yards, soviel wie in der ganzen letzten Saison nicht (52 yards). Aber was soll man gegen einen Tom Brady ausrichten, der mit 517 passing yards, 4 touchdowns und einer interception wahrscheinlich das (jedenfalls statistisch) beste Spiel seines Lebens macht? Richtig, da kann man nur den Kopf schütteln und sich immer wieder sagen: Nächste Woche gegen die Houston Texans (1-0) garantiert uns so eine Leistung den Sieg.9 Ähnliches gilt natürlich für die Patriots, die als nächstes zuhause die San Diego Chargers (1-0) empfangen.
Oakland Raiders vs. Denver Broncos (23-20): Die Raiders dominierten die erste Halbzeit (gekrönt durch ein record-tying field goal aus 63 yards von Sebastian Janikowski). Im dritten Viertel kamen die Broncos dann auf field goal-Abstand an die Raiders heran. Auch im vierten Viertel gaben sie nicht auf und konnten einen Raiders-touchdown mit einem eigenen beantworten. Für mehr reichte es dann aber nicht mehr. Auch dieses Spiel lebte mehr von der Spannung als von der Qualität. Beide Teams müssen sich kräftig steigern. Die Raiders haben dazu in Buffalo gegen die Bills (1-0) Gelegenheit, die Broncos empfangen als nächstes die Cincinnati Bengals (1-0).
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So, das war's dann auch scon wieder für dieses Mal. Ist die Zeit nicht viel zu schnell vorbei gegangen? Aber, aber, man liest sich ja wieder, keine Frage.
1 In den nächsten Wochen werden es wohl jeweils nur vier Spiele werden, was nur bedingt an mir liegt, da man während der Spiele ständig über den Stand bei den parallel laufenden Partien informiert wird und ich mir keine Spiele anschaue, von denen ich das Ergebnis kenne (so verrückt bin nicht einmal ich2).
2 Es sei denn natürlich, es handelt sich dabei um ein Spiel der Jets (so verrückt bin ich dann schon).
3 Das war möglich geworden, weil es beim letzten Spielzug, bei dem die Uhr auf Null tickte, eine Strafe gegen die Packers gab (pass interference in der Endzone), wodurch die Saints noch diesen allerletzten Versuch zugesprochen bekamen.
4 (Siege-Niederlagen)
5 Ein Super Bowl gegen die Jets ist sogar theoretisch möglich, da beide Teams unterschiedlichen Conferences angehören.
6 reine Spielzeit; die Uhr wird ja zwischendurch immer wieder angehalten.
7 was nicht nur gut für die 49ers und ihren rookie head coach Jim Harbaugh war, sondern auch NFL-Rekord ist.
8 im Sinne von: Glück gehabt…
9 Obwohl ich da vorsichtiger sein sollte, nachdem sie die Colts (allerdings ohne Peyton Manning) ganz böse mit 34-7 verdroschen haben.