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fair enough.

Hans-Peter Musahl – Gefahrenkognition

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Strafe ist keine Frage der Moral, sondern eine der Klugheit und der künftigen Handlungs-Freiheit.
[...]
Strafe und Strafankündigung entlarven sich also nicht als moralisch bedenklich, sondern als unintelligent; sie sind nicht “unklug”, sondern dumm! Entweder bindet man sich durch die Verpflichtung zur beständigen Kontrolle die Hände oder man provoziert und fördert, macht zum Gegenstand sozialer Mutproben, was man zu unterbinden vorgibt. Und daraus folgt auch: Wer Strafe ankündigt, muss sie exekutieren – immer wieder und ohne Unterbrechung (!); andernfalls kommt es zu intermittierenden “negativen Verstärkungen”, die zu besonders stabilen und löschungsresistenten Lerneffekten führen. Oder es entsteht gar, wenn die Strafe für einen bestimmten Zeitraum milder Nachsicht ausgesetzt wird, eine neue Norm.

- Hans-Peter Musahl (1997): Gefahrenkognition: theoretische Annäherungen, emprische Befunde und Anwendungsbezüge zur subjektiven Gefahrenkenntnis, Heidelberg. S. 392

Geniestreich? Ich muss gestehen, dass ich nicht alles bis ins letzte Detail begriffen habe. Gerade in den Teilen, in denen er sein methodologisches Vorgehen darlegt, musste ich immer wieder die weiße Flagge schwenken. Wer sich aber nicht davon abschrecken lässt, sich hin und wieder wie ein Volltrottel vorzukommen, der kann aus diesem Werk eine ganze Reihe Erkenntnisse ziehen, die eben nicht von rein wissenschaftlichem Interesse sind. Das Phänomen der “Kontrollillusion” etwa, also die irrige Annahme z.B. eines Autofahrers, sein unfallfreies Fahren sei allein auf seine außerordentlichen Fahrkünste zurückzuführen und habe als allerletztes etwas mit Glück zu tun. Dabei verhält es sich – wie Musahl in zahlreichen Untersuchungen nachweisen konnte – genau umgekehrt.

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