Denn darum geht es. Ein Urlaub bedeutet Schonung vor den Unannehmlichkeiten des Lebens, und da das Wissen um Tod und Untergang mit ziemlicher Sicherheit unangenehm ist, mag es verwundern, warum der alternative Traumurlaub ausgerechnet darin besteht, in eine archaische Todesmaschine gepfercht zu werden. Doch auf einer 7NC-Luxus-Kreuzfahrt arbeitet man geschickt am Traum vom Sieg über eben diesen Tod und Untergang. Eine Methode des Siegs über den Tod besteht in eiserner Ertüchtigung; die überbordenden Wartungsanstrengungen der Nadir-Mannschaft finden ihre plumpe Entsprechung im Aufbauprogramm für die Passagiere: Diät, Fitnessübungen, Megavitamin-Nahrungsergänzungs-Schnickschnack, kosmetische Chirurgie, Frank-Quest-Zeitmanagement-Seminare usw. Natürlich gibt es, Stichwort Tod, noch eine zweite Möglichkeit. Nicht durch Ertüchtigung, sondern durch Erregung. Nicht durch Arbeit, sondern durch gnadenloses Vergnügen.
- David Foster Wallace (2004): Schrecklich amüsant – aber in Zukunft ohne mich. Köln. S. 23
Geniestreich? David Foster Wallace ist so gut – seine Beobachtungsgabe so messerscharf, seine Sprache so lebendig, sein Humor so federleicht und tiefgründig, und sein Tod so ein Verlust! Die zwei Bücher, die ich von ihm besitze, habe ich schon ein paar Mal gelesen. Aber ich will alles von ihm lesen, allein es scheitert an chronischem Geldmangel. Hart, aber unfair…